Nicole Walter Mundt: Schwierige Situation für Landwirte in Oberhavel

02.10.2018 | Liebenwalde/Neuholland
Zu Besuch bei der Agrarproduktion GmbH in Neuholland, Foto: Christian Howe
Zu Besuch bei der Agrarproduktion GmbH in Neuholland, Foto: Christian Howe

Die CDU-Landtagskandidatin Nicole Walter-Mundt hat sich bei einem Besuch bei der Agrarproduktion GmbH in Neuholland über die Situation der regionalen Landwirtschaft informiert. Neben den zunehmenden Wetterextremen wie Dürre oder Starkregen machen Oberhavels Landwirten vor allem der Preisverfall in der Fleisch- und Milchproduktion sowie die Vielzahl an bürokratischen Hürden zu schaffen.

Nicole Walter-Mundt sagt: „Oberhavels Landwirtschaft wird zusehends das Wasser abgegraben. Nach zwei schwierigen Jahren mit langanhaltenden Trockenperioden und hohen Ernteausfällen von 40 Prozent und mehr befinden sich viele Betriebe am Rande der Existenz. In dieser Situation darf die Landesregierung nicht wieder die Freigabe der dringend benötigten EU-Fördergelder zurückhalten. Schon im vergangenen Jahr hat das zuständige Ministerium bei Landwirten aus Oberhavel die Gelder zu spät ausgezahlt. Das darf sich nicht wiederholen, sonst droht hier einigen die Insolvenz.“
 
Nils Fischer, Geschäftsführer der Agrarproduktion GmbH, sieht neben der Preisentwicklung aber auch in der Bürokratisierung des Agrarsektors eine Tendenz, die zusehends zum Problem wird. „Von 1 Euro Fördergeld fließen rund 60 Cent direkt wieder zurück an die Behörden. Allein dieses Jahr hatten wir vor Ort siebzehn behördliche Kontrollen. Ich habe da manchmal das Gefühl, wir Landwirte stehen unter Generalverdacht“, so Fischer.
 
Bereits in den zurückliegenden Jahren mussten viele Familienbetriebe ihre Produktion aufgeben. Besonders hart hat es die regionale Milchproduktion getroffen. Vor zehn Jahren gab es in Oberhavel noch 60 Milchbauern, heute sind davon gerade noch 13 auf dem Markt. Selbst am Traditionsstandort Neuholland hat man vor zwei Jahren die Notbremse ziehen müssen, als der Preis für Milch auf 24 Cent den Liter gefallen war. Die Kühe wurden verkauft, Mitarbeiter mussten entlassen werden. Zu Hochzeiten waren am Standort einmal 540 Menschen beschäftigt. Heute sind es gerade noch 21, die jetzt vor allem Roggen, Weizen oder Mais einfahren beziehungsweise für die Mastviehhaltung oder die Wartung der Biogasanlage zuständig sind. 
aktualisiert von Nicole Walter-Mundt, 04.03.2019, 14:55 Uhr