Wirtschaftsministerin Klement und Nicole Walter-Mundt besuchen Hennigsdorfer Stahlwerk

Nicole Walter-Mundt: Bezahlbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen entscheiden über die Zukunft des Standorts

Auf Einladung der CDU-Landtagsabgeordneten Nicole Walter-Mundt hat Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement am vergangenen Donnerstag das Hennigsdorfer Stahlwerk besucht. Im Austausch mit Geschäftsführerin Katja Rex und Lorenzo Riva ging es um die wirtschaftliche Lage des Traditionsstandorts, hohe Energiepreise und bessere Bedingungen für die Kreislaufwirtschaft.

Wirtschaftsministerin Martina Klement und Nicole Walter-Mundt machen sich ein Bild vor Ort im Stahlwerk Hennigsdorf, Foto: Christian HoweWirtschaftsministerin Martina Klement und Nicole Walter-Mundt machen sich ein Bild vor Ort im Stahlwerk Hennigsdorf, Foto: Christian Howe

430 Arbeitsplätze in Hennigsdorf

Aufgrund der schwierigen Energie- und Marktbedingungen hatte das Unternehmen die Stahlproduktion Anfang 2025 eingestellt. Nach rund einem Jahr Kurzarbeit wurde die Produktion zu Beginn dieses Jahres wieder aufgenommen. Heute konzentriert sich das Werk mit seinen rund 430 Beschäftigten auf die Herstellung von Betonstahl.

Bei einer Werksführung konnten Klement und Walter-Mundt den Produktionsprozess unmittelbar nachvollziehen. In Hennigsdorf wird Stahlschrott in Elektrolichtbogenöfen eingeschmolzen und zu neuem Stahl verarbeitet.

„Das Stahlwerk gehört seit Generationen zu Hennigsdorf. Hier geht es nicht nur um Industriepolitik, sondern um 430 Arbeitsplätze, viele Familien und ein wichtiges Stück regionaler Identität“, erklärte Walter-Mundt. „Die Wiederaufnahme der Produktion war ein wichtiges Signal. Jetzt müssen wir dem Standort eine langfristige Perspektive geben.“

Hohe Strompreise belasten den Standort

Der Stahlmarkt in Deutschland und Europa steht unter erheblichem Druck. Neben einer schwachen Nachfrage belasten vor allem die im internationalen Vergleich hohen Strompreise die Wettbewerbsfähigkeit. Der Industriestrompreis erreicht nach Einschätzung des Unternehmens sein eigentliches Ziel bislang nicht ausreichend.

„Wer aus Schrott neuen Stahl herstellt, betreibt Kreislaufwirtschaft bereits heute. Solche Unternehmen dürfen im internationalen Wettbewerb nicht die Verlierer sein“, betonte Walter-Mundt. „Wir brauchen bezahlbaren und verlässlich verfügbaren Strom, wenn industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Brandenburg erhalten bleiben sollen.“

Schlacke als Wertstoff nutzen

Ein weiteres Thema war der Umgang mit der bei der Stahlproduktion entstehenden Schlacke. Diese gilt bislang als Abfall, könnte abhängig von ihrer Zusammensetzung jedoch beispielsweise im Straßenbau eingesetzt werden und dort Kalkstein, Kies oder andere natürliche Baustoffe ersetzen.

Walter-Mundt: „Wenn ein sicher geprüfter Stoff natürliche Rohstoffe ersetzen kann, sollten wir ihn nicht vorschnell als Abfall behandeln. Kreislaufwirtschaft muss auch praktisch möglich sein. Dafür brauchen die Unternehmen klare und praxistaugliche Regelungen auf Landesebene.“