„Hochwasserschutz darf nicht an der Gemeindegrenze halt machen“

28.06.2019 | Leegebruch
Leegebruch tritt auf der Stelle: Frank Zachau (CDU)  zeigt der Landtagskandidatin Nicole Walter Mundt (CDU) den zugewucherten Entwässerungsgraben außerhalb der Gemarkung der Gemeinde. Foto: Christian Howe
Leegebruch tritt auf der Stelle: Frank Zachau (CDU) zeigt der Landtagskandidatin Nicole Walter Mundt (CDU) den zugewucherten Entwässerungsgraben außerhalb der Gemarkung der Gemeinde. Foto: Christian Howe

Zwei Jahre sind vergangen, als sich die Wolken auftaten und über Oberhavel ergossen. Rund 250 Liter Niederschlag pro Quadratmeter kamen am 29. Juni 2017 in der Spitze herunter. Vielerorts herrschte Ausnahmezustand. Keller liefen voll. Autos blieben im hüfthohen Wasser stecken. Besonders die Menschen aus Leegebruch hatte das Starkregenereignis hart getroffen. Das Wasser drückte aus allen Richtungen in die Gemeinde. Über Wochen konnte es nicht über das bestehende Grabensystem abfließen.

Bei einem vor Ort-Termin mit Gemeindevertretern informierte sich CDU-Landtagskandidatin Nicole Walter-Mundt über die konkreten Maßnahmen, die Leegebruch in den zurückliegenden zwei Jahren für den Hochwasserschutz auf den Weg gebracht hat. Neben dem von Herrn Rother angeschobenen Generalentwässerungsplan und einem Krisenhandbuch, welches im Frühjahr 2019 vorgestellt wurde, laufen derzeit die Planungen für eine weitere Abwasserdruckleitung nach Pinnow. Die Muhre wird jetzt mindestens zweimal im Jahr entkrautet und das Grabenprofil wurde teilweise erneuert.

 „Die Vorsorgemaßnahmen dürfen jedoch nicht an der Gemeindegrenze halt machen“, so Nicole Walter-Mundt. „Die Menschen in Leegebruch erwarten zu Recht, dass sich die zuständigen Behörden verstärkt um den Hochwasserschutz vor Ort kümmern. Auf Landesebene müsste zum Beispiel das Thema Binnenhochwasser durch Starkregenereignisse noch mehr Aufmerksamkeit finden. Hier fehlen mitunter die gesetzlichen Grundlagen, um Flächen zum Beispiel vorbeugend als Überschwemmungsgebiete ausweisen zu können. Das ist so bisher nur für Flusslandschaften typisch,“ erklärt Nicole Walter-Mundt.

Genau solche Vorhalteflächen für den Hochwasserschutz möchte die Gemeinde Leegebruch gerne vom Land erwerben. Frank Zachau (CDU), Gemeindevertreter aus Leegebruch, sagt hierzu: „Das wäre perspektivisch wohl die beste Lösung, um das Problem eigenständig vor Ort lösen zu können. Hier erhoffen wir uns ein Entgegenkommen des Landes und ein vertraglich geregeltes Vorkaufsrecht für einige Privatflächen. Aber auch im Kreis müsste beim Thema Hochwasserschutz endlich mehr passieren. Wir möchten zum Beispiel den bestehenden Graben Richtung Pinnow so herrichten, dass das Wasser dort ungehindert abfließen kann. Warum der Landkreis dafür noch immer keine Abrissverfügung ausgestellt hat, kann ich unterdessen nicht nachvollziehen. Hier muss nun endlich was passieren.“

 

aktualisiert von Christian Howe, 29.06.2019, 12:59 Uhr