Auf neuen Wegen zur Gedenkstätte Sachsenhausen

Nicole Walter-Mundt: Stadt und Land entlasten Anwohner der Gedenkstätte und nehmen viel Geld für eine würdevolle Umfeldentwicklung in die Hand

04.04.2025, 11:13 Uhr | Potsdam/Oranienburg
Gemeinsam mit den Anwohnern hat Nicole Walter-Mundt (CDU) viele Jahre für eine Verlagerung der Besucherverkehre zur Gedenkstätte gestritten - Jetzt geht es endlich los, Foto: Christian Howe
Gemeinsam mit den Anwohnern hat Nicole Walter-Mundt (CDU) viele Jahre für eine Verlagerung der Besucherverkehre zur Gedenkstätte gestritten - Jetzt geht es endlich los, Foto: Christian Howe

Nach jahrelangem Streit und heftigen politischen Diskussionen um die künftige Besucherlenkung zur Gedenkstätte Sachsenhausen sind die ersten Maßnahmen zur Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner vom Besucherverkehr in der Umsetzung. Darüber informierte die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (CDU) am Dienstag.

Bis Ende 2025 soll der neue Reisebusparkplatz mit neuer Zuwegung über die Carl-Gustav-Hempel-Straße fertiggestellt sein und auch für die Verlegung des Besucherinformationszentrums (BIZ) gibt es bereits einen konkreten Zeitplan.

Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Oranienburger Abgeordneten Nicole Walter-Mundt hervorgeht, haben die ersten Bauarbeiten zur Erschließung des Reisebusparkplatzes bereits begonnen. Diese sollen noch im April 2025 vonseiten der Stadt abgeschlossen sein. Die anschließende Herrichtung des neuen Busparkplatzes erfolgt dann im Anschluss auf der Brachfläche hinter der Polizeihochschule (HPOL). Zur Finanzierung dieser Maßnahme sind finanzielle Mittel aus Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Mittel) vorgesehen.

Stadt investiert 6 Mio Euro in Umfeldentwicklung der Gedenkstätte Sachsenhausen

Nicole Walter-Mundt sagt: „Ich freue mich, dass nach den vielen Jahren der Diskussion nun die ersten Meilensteine der neuen Besucherlenkung konkret in Angriff genommen werden. Stadt, Land und Gedenkstätte arbeiten hier Hand in Hand. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der schrittweisen Umsetzung der Maßnahmen eine deutliche Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner der Gedenkstätte erreichen werden. Denn dafür haben wir als CDU gemeinsam mit der Anwohnerinitiative (AWI) jahrelang gestritten – nicht selten gegen die Widerstände aus Politik, Verwaltung und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Dennoch ist es uns gemeinsam gelungen einen tragfähigen Kompromiss in der Sache zu erarbeiten, der die verschiedenen Interessen vor Ort berücksichtigt.“

Für die weitere Umfeldentwicklung, den Rückbau des alten Busparkplatzes sowie die Herrichtung von Straßen und Wegen im Wohngebiet sind die finanziellen Mittel für Planung und Umsetzung im Haushalt der Stadt Oranienburg ebenfalls gesichert. Im Jahr 2025 erfolgt die Planung für den Schäferweg und die Umgestaltung des alten Besucherparkplatzes. In den Folgejahren sind die Straße der Nationen (2026) und die Hans-von-Dohnanyi-Straße (2027) an der Reihe. Insgesamt investiert die Stadt rund 6 Millionen Euro in die Lösung.

Nicole Walter-Mundt sieht auch Land in der Pflicht sich an den Kosten zu beteiligen

„Leider gibt es vom Land Brandenburg derzeit keine Fördermittel für die Ausbaumaßnahmen“, bedauert Nicole Walter-Mundt. „Ich hoffe aber, dass sich in den kommenden Jahren doch noch eine Möglichkeit zum Beispiel über das Programm ÖPNV-Invest oder die Richtlinie Kommunaler Straßenbau findet, um die Stadt Oranienburg bei dieser Aufgabe zu unterstützen.“ Denn auch das Land müsse ein großes Interesse daran haben, dass die Besucherwege zur Gedenkstätte Sachsenhausen angemessen erschlossen sind, so die CDU-Politikerin.

Neues Besucherinformationszentrum der Gedenkstätte soll bis 2029 errichtet werden

Als weitere Optimierung der Besucherströme zur Gedenkstätte wird es künftig auch einen neuen Standort für das Besucherinformationszentrum (BIZ) geben. Die Zielplanung sieht das neue BIZ in unmittelbarer Nähe des ehemaligen SS-Wirtschaftsgebäudes gegenüber dem Eingang zum historischen Lagergelände als weitere Maßnahme vor. Nach aktueller Planung soll das geplante Bauvorhaben von 2026 bis 2029 in die Umsetzung gehen. Die finanziellen Mittel dafür sind landesseitig gesichert, geht aus der Antwort aus dem Kultur- und Wissenschaftsministerium hervor.

aktualisiert von Christian Howe, 04.04.2025, 11:15 Uhr