Werbung für den Bahnanschluss nach Liebenwalde

CDU-Landtagsabgeordnete äußert Kritik an Reaktivierungsstudie des VBB

02.06.2022, 13:06 Uhr | Liebenwalde/Kreuzbruch
Nicole Walter-Mundt im Interview mit dem rbb-Fernsehen zur Heidekrautbahn, Foto: Christian Howe
Nicole Walter-Mundt im Interview mit dem rbb-Fernsehen zur Heidekrautbahn, Foto: Christian Howe

Die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg Nicole Walter-Mundt hat am Donnerstag an der Auftaktveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft „Region Heidekrautbahn e.V.“ zur Reaktivierung der Bahntrasse Wensickendorf - Liebenwalde teilgenommen. Gemeinsames Ziel in der Region ist es, die im Jahr 1997 stillgelegte Stammstrecke der Heidekrautbahn auch auf dem nördlichen Streckenast wiederzubeleben. Um den Menschen vor Ort eine gute Anbindung mit der Bahn nach Berlin zu ermöglichen, ist aber womöglich noch ein langer Atem notwendig.

Zur Perspektive einer Reaktivierung der Heidekrautbahn bis nach Liebenwalde erklärt die Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (CDU):

„Viele Menschen in Liebenwalde und den Nachbargemeinden wünschen sich einen attraktiven Anschluss an die Bahn. Dieses Anliegen ist nachvollziehbar, weshalb ich im Land seit 2019 für eine Reaktivierung des nördlichen Streckenastes der Heidekrautbahn werbe. Jedoch haben die jüngsten Untersuchungen im Auftrag des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB) bislang kein ausreichendes Potenzial hierfür ermittelt. In meiner Stellungnahme zum Entwurf des Landesnahverkehrsplans 2023 bis 2027 werde ich diese Bewertung deshalb noch einmal kritisch hinterfragen. Denn wer mehr Menschen dazu bewegen möchte, das Auto auch mal freiwillig für die täglichen Wege zur Arbeit stehenzulassen, der muss auch für ein attraktives, zukunftsfestes Angebot im öffentlichen Nahverkehr Sorge tragen. Dafür müssen neben einer gut ausgebauten Infrastruktur, vor allem auch die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen.“

Dem Streckenabschnitt Wensickendorf - Liebenwalde wird in der Analyse des VBB ein vergleichsweise hohes Freizeit- und Tourismuspotenzial bei mittleren Infrastruktur- und Betriebskosten eingeräumt. Gleichzeitig wird jedoch nur eine niedrige mittlere Streckenauslastung und ein geringes CO2-Einsparpotenzial angenommen, weshalb das vom VBB beauftragte Gutachterbüro einer Reaktivierung kritisch gegenübersteht. Als Aufgabenträger für den öffentlichen Nahverkehr auf der Schiene (SPNV) obliegt jedoch dem brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung letztlich die Entscheidung zur Inbetriebnahme von Bahnverbindungen, sofern die Finanzierung hierfür durch das Land erfolgt.
aktualisiert von Christian Howe, 17.06.2022, 13:07 Uhr