Gedenkstätte Sachsenhausen: Entlastung der Anwohner in Etappen

Hauptausschuss der Stadt kommt am Montag zu einer Sondersitzung zusammen

15.01.2021, 11:06 Uhr | Oranienburg
Nicole Walter-Mundt: Absage zum ÖPNV widerspricht dem Geist der Gespräche, Foto: Christian Howe
Nicole Walter-Mundt: Absage zum ÖPNV widerspricht dem Geist der Gespräche, Foto: Christian Howe

Am kommenden Montag kommt der Hauptausschuss der Stadt Oranienburg zu einer Sondersitzung zusammen. Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke ist aufgefordert den aktuellen Planungs- und Umsetzungsstand zur Verlegung des Reise- und Linienbusverkehrs (ÖPNV) zur Gedenkstätte Sachsenhausen darzulegen. Denn auf Initiative der CDU wurde im Juni 2020 die vollständige Entlastung der Anwohner von den Lärm- und Abgasemissionen des Busverkehrs beschlossen. Auch Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle war mehrfach vor Ort, um sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen. Eine Lösung der Zuwegungsproblematik ist seitdem in Sichtweite.

Wie nun aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Nicole Walter-Mundt (CDU) hervorgeht, soll im Verlauf des Jahres 2021 der gesamte Prozess der baulichen Zielplanung für die Gedenkstätte Sachsenhausen einschließlich der Planungen zum neuen Besucherinformationszentrum (BIZ) und der Zuwegung abgeschlossen werden. Um eine zügige Entlastung der Anwohner zu erreichen, werde zudem eine Entkopplung von Parkplatz und BIZ sowie die Arbeit mit Zwischenlösungen geprüft. Wie diese Zwischenlösungen aussehen sollen und wann mit einer konkreten Umsetzung zu rechnen sei, lässt die Ministerin hingegen offen. Ebenfalls sei die Herauslösung des ÖPNV aus dem Wohngebiet für Schüle zunächst kein Thema. Denn dies sei, so die Antwort aus dem Kulturministerium, für die Opferverbände „nicht verhandelbar.“

Oranienburgs Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (CDU) kommentiert: „Die Herauslösung des ÖPNV ist neben der notwendigen Verlegung des Reisebusparkplatzes eine Kernforderung der Anwohnerinitiative wie im übrigen auch der Stadtverordneten der Stadt Oranienburg. Die definitive Absage von Ministerin Manja Schüle kommt zum jetzigen Zeitpunkt überraschend – auch weil die Gespräche für eine verbesserte ÖPNV-Anbindung zur Gedenkstätte erst nach Abschluss des gesamten Planungsprozesses erfolgen sollen. Die Anwohner erwarten jedoch zurecht eine offene und transparente Diskussion über die künftigen Varianten beim ÖPNV und natürlich auch Antworten darauf, wie hier eine Entlastung konkret aussehen kann.“

Die Anwohnerinitiative (AWI) umWaltraut Krienke und Christian Wollank hat ihre Fragen für den Hauptausschuss bereits eingereicht, zu dem auch Gedenkstättenleiter Dr. Axel Drecoll erwartet wird. Krienke und Wollank möchten von der Stadt und Bürgermeister Alexander Laesicke unter anderem wissen, wie die Belastung im Wohngebiet, hervorgerufen durch den ÖPNV, konkret verringert werden soll. Denn zusätzlich zu den Reisebussen fahren alle 30 Minuten auch die Busse der OVG an den Häusern und Gärten der Anwohner im Schäferweg und der Straße der Nationen vorbei.

Die Sitzung des Hauptausschusses findet am Montag, 18.01.2020 um 17 Uhr statt und wird im Livestream der Stadt Oranienburg übertragen.

aktualisiert von Christian Howe, 15.01.2021, 11:10 Uhr